Evangelische Stadtkirchenarbeit Mainz
Grundlagen für die Evangelische Stadtkirchenarbeit in Mainz
Weiterführende Ideen Pfrn. Hillingshäuser + Pfr. Beier

5.März 2002

Die verbindliche Grundorientierung für die Stadtkirchenarbeit in unserer Landeskirche wurde in der Sitzung der Kirchenleitung vom 20.Juni 2000 beschlossen in der „Konzeption und dem Strukturvorschlag“ „Stadtkirchenarbeit als Vergegenwärtigung der christlichen Botschaft“.

Ausgangspunkt ist die Charakterisierung der Stadtkirchen als Repräsentanten der Stadt-,Kunst-und Kirchengeschichte im Zentrum der Stadt.
„Sie sind Symbol eines kollektiven Gedächtnisses und Ausdruck für gegenwärtige religiöse Bedürfnisse. Sie stehe für das „woher und wohin“ des Lebens und halten die Frage nach Gott in der modernen Stadt offen.“

Die Aufgaben und Chancen der Stadtkirchenarbeit werden skizziert in den Konzept-Punkten:

1.Stadtkirche als Gotteshaus
2.Stadtkirche als „Genius loci“ der Stadtidentität
3.Stadtkirche als Ort der Öffentlichkeitsarbeit
4.Stadtkirche als Asylort
5.Stadtkirche als Spielraum, als Festspielhaus

„Stadtkirchen sind Spielräume protestantischer Freiheit .Diese Freiheit findet ihren Ausdruck besonders in den Feiern der Gottesdienste und in den Darstellungen des Glaubens.
Freiheit dokumentiert sich sowohl in der Kritik der Todesmächte der jeweiligen Zeit als auch in den Festspielen und Inszenierungen des Lebens, in den Formen der Kunst, in Musik, Theater, Literatur, in Diakonie und Kommunikation.“

In Aufnahme und Weiterführung von konzeptionellen Erörterungen von Martin Neddens (schon 1987), der zwischen „Kapelle“ (Gemeinde-
orientiert mit einer Tendenz zum Privaten) und „Tempel“( öffentlichkeitsorientiert, im christlichen Kontext als Dom, Münster oder Kathedrale) unterscheidet, erscheinen folgende ( von uns so formulierten ) Aspekte als ( weitere ) wichtige Funktionen von Stadtkirchenarbeit in Bezug auf den „Genius Loci“

1.Museum
2.Theater
3.Musik
4.Bibliothek/Akademie
5.Markt / Agora /
6.Armenhaus / Hospital / Hospiz /
7.Grab / Denkmal /

Wir fügen an:

8. Zufluchtsort
9.Krönungssaal und Prophetenkanzel


Grundsätzlich begreift sich Stadtkirchenarbeit, wie der Name schon sagt, im Gegenüber zur Stadt.
Zusammen mit der Öffentlichkeitsarbeit bedeutet dies immer wieder, das „städtische Geschehen“ wahrzunehmen und , nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt der „evangelischen Präsenz“, evangelisches Profil miteinzubringen.

Das sensible Wahrnehmen der Sorgen und Nöte der Menschen in der Stadt bis hin zu parteilicher Stadtteilarbeit für die Armen und Schwachen oder diakonischer Tat, wie auch das fröhliche Mitfeiern des Festkalenders der Stadt gehören zusammen wie die zwei Seiten der einen Medaille.

Stadtkirchenarbeit bemüht sich mit um eine langfristige Strategie kirchlicher Schwerpunkte in den parochialen und kategorialen Diensten.

Eigene Schwerpunktveranstaltungen ( z.B. 2oo Jahre, 1oo Jahre Christuskirche,..) und Schwerpunktsetzungen ( Kulturveranstaltungen,
sozialpolitisches Engagement, kritische Zeitgenossenschaft in SOS-Gottesdiensten, Künstlermeile vor der Christuskirche, Bahngleis 7, zielgruppenorientierte Profilveranstaltungen z.B. in Richtung von politischen Verantwortungsträgern, „Jahr mit der Bibel, 11 September,..) können auch in der Stadtkirchenarbeit aufgegriffen werden.

Die drei Stadtkirchen sind bei all dem möglicher Ausgangspunkt und/oder Veranstaltungsort, aber sicherlich nicht die einzigen.

Stadtkirchenarbeit bemüht sich um das – weitere – Kennenlernen, Koordinieren und ,sofern möglich und sinnvoll, Kooperieren der drei Stadtkirchengemeinden Altmünster, Christus und Johannis, nicht zuletzt unter dem Ziel-Gesichtspunkt der Präsentation eines evangelischen
Stadtkirchenprofils in der Innenstadt.

Auch das Feld der Kirchenmusik bietet da besondere Chancen auf ein differenziertes, arbeitsteiliges Gesamtangebot.

Die Kooperation mit anderen evangelischen Einrichtungen, Persönlichkeiten und Gemeinden sind dabei denkbar und wünschenswert.

In dem jeweiligen Sachzusammenhang gehören unter Berücksichtigung der oben angeführten Aspekte von Stadtkirchenarbeit ( nach dem Konzeptpapier der Kirchenleitung und in Weiterführung der Konzeption von Neddens, s.o. ) alle weiteren Kooperationspartner aus der Ökumene, der Stadt, der Kultur, uvm..als potentielle Partner.

In enger Kooperation mit der Öffentlichkeitsarbeit gilt es, die vielfältigen Möglichkeiten zu nutzen, Interessierte über die eigenen Angebote
( dekanatsweit ) zu informieren ( „Schaufenster“ in PC-Form, im Internet, auf Broschüren und Handzetteln. mit einer „Ansprech-Bar“,..)

Im Zusammenhang der „offenen Kirche“ können insbesondere auch spirituelle Angebote weiterentwickelt werden ( Kerzen-und Fürbitt-Wand, Ort der Stille, Kurzandachten u.a. mit musikalischen Elementen,)

Gerade für das Konzept-Angebot „Offene Kirche“ gilt es einen breiten Stamm von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zu gewinnen, auszubilden und für und während ihres Dienstes zu begleiten und motivieren.


In der äußeren und inneren Gestaltung unseres Einführungsgottesdienstes ( in der Stadtkirche St.Johannis als Gotteshaus“) und des anschließenden Empfangs konnten einige Aspekte erkennbar werden, die unser inhaltliches Bemühen für Stadtkirchenarbeit in Mainz andeuten, ohne dass wir damit zur Zeit ein „fertiges Konzept“ vorlegen können und wollen.

Wichtig waren und sind beispielsweise Bezugnahmen auf:

die historische Qualität des Ortes St.Johanniskirche als 1.Mainzer Bischofskirche (Stadtidentität)

die Mitgestaltung von Repräsentanten der 3 Stadtkirchen bei der Einsegnung und den Fürbitten (Mainzer Besonderheit: 3 Stadtkirchen)

die Mitgestaltung von Repräsentanten der Stadt Mainz ( Beigeordneter und Kulturdezernent Krawietz )und der Ökumene (Dekan Schmitz-
Katholisches Dekanat Mainz)

die musikalische Gestaltung sowohl hinsichtlich der Vielfalt von Gregorianik bis Gospel, wie auch in dem Bemühen des Einbeziehens der
unterschiedlich Beteiligten bzw. Betroffenen, d.h. der drei Gemeinden und der Landeskirche

das Spannungsfeld von „Metropolis“ und erhoffter und verheißener „Stadt von Gott“ (Predigt Propst Dr.Schütz)

Stadt als „Zentrum des Heils“ und den Aufgaben der Kirche/n in der „Mitte derStadt“ als( 4 Funktionen bitte ergänzen)(Predigt Pfrn.Hillingshäuser, Teil 1)

Biblische Reflektion ( Apg.8,26 f.)der Suchbewegung des Menschen zum „heiligen Ort“ und der dann hoffentlich „offenen Kirche“, des „stadtkirchlichen Vorbildverhaltens“ des Philippus in der Begegnung mit dem fremden Kämmerer (offen für den Suchenden, Begleitung auf Zeit, Positionierung des Evangeliums bis hin zu Lebensentscheidungen (Taufe), Loslassen und Ziehen lassen in Fröhlichkeit)(Predigt Beier)


Stadtkirche als überraschendes „Gast-Haus“, Lust an der Kirche wecken bitte ergänzen, neue Wege ausprobierren - bis hin zur Teilnahme am Fastnachtszug ( Predigt Pfrn.Hillingshäuser, Teil 2 )

Gemeinsames Essen und Trinken in „beweglicher Konstellation ( Bistrotische ) in künstlerisch gestaltetem St.Georgs-saal ( Frau Werth)

Kollekte für Egli-Haus und „Wendepunkt“

Bisherige konkrete Arbeitspunkte

Dienstgespräche mit dem Präses und Dekan

Gespräche mit den VertreterInnen der drei Stadtkirchengemeinden

Teilnahme an Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen der drei Stadtkirchengemeinden

Erkundung von Einrichtungen und Gespräche mit VertreterInnen von Stadt, Kultur, Ökumene

Mitarbeit im ökumenischen Projekt L.O.S.Kirche in der Innenstadt

Mitarbeit und Durchführung der Veranstaltung „Offener Dom“ an Silvester 2001/2002 (Pfr.Beier)

Vorbereitung und Durchführung des Einführungsgottesdienstes und anschließenden Empfanges

Grundausstattung für unser provisorisches Büro ( Kaiserstrasse 37) / PC-Kurs von Pfr.Beier

Abklärungen und Planungsansätze für unseren zukünftigen Arbeitsplatz ( Kaiserstrasse 35) – in Absprache mit unserem Partner Öffentlichkeitsarbeit

Vorbereitung des „Marktes“ am 4.Mai anlässlich der Festwoche „2oo Jahre Evangelische Kirche in Mainz mit inzwischen über 6o Beiträgen aus Gemeinden, Einrichtungen und Initiativen (Pfr.Beier)

Erstzellen einer Übersicht ( immer wieder zu aktualisierendes Faltblatt ) über alle Aktivitäten eines „Evangelischen Mainz und drumherum“ –
ergänzend zur Broschüre „Evangelisches in Mainz 2002“

Vorbereitung eines eigenen Standes „Stadtkirchenarbeit“ ( Pfrn.Hillingshäuser)

Studium der Stadt-und Kirchengeschichte von Mainz ( Pfr.Beier)

Literaturliste Stadtkirchenarbeit, Aufbau einer Handbibliothek Stadt/Kirche Mainz und Stadtkirchenarbeit

Eingebundensein in den Info-Strom undTeilnahme an Veranstaltungen der „Kultur“-und Vortragsszene in Mainz

Beobachten des Fest-und besonderen Veranstaltungskalender in der Stadt Mainz, Bemühem um strategisches Verhalten der evangelischen Seite

Regelmäßige Dienstgespräche der beiden Stadtkirchenpfarrer seit 1.1.2002

Konkrete weitere Ansatzpunkte

„Kirche öffnen“ in St.Johannis ( mit entsprechenden Überlegungen zu den Themen: bauliche Veränderungen, MitarbeiterInnengewinnung und Curriculum-Entwicklung für die Mitarbeiterschulung,..) in Abstimmung mit Christus und Johannis

Erstellen einer Grundinformation ( Geschichte, häufig gestellte Fragen vgl. Alte Nikolai-Kirche Ffm,) von Johannis ( und Christus und Altmünster ) a) 3 Faltblätter o.ä. in gleicher Aufmachung oder b) ein gemeinsames Faltblatt


Eigene Stadtkirchenträume:

„Weit-Blick“ – Turmbesichtigung und Sonderveranstaltungen (?)
diverse Ideen s.o., Z.B. Gleis 7 oder Künstlermeile


Stand: 5.3.2002-pfr.b.-14.00 Uhr



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