Evangelische Stadtkirchenarbeit Mainz

Evangelische Stadtkirchenarbeit Mainz

Darstellung aus der Perspektive und dem Horizont des Verantwortungsbereichs von Rainer Beier – Evangelischer Stadtkirchenpfarrer von Mainz seit 2001. Stand: November 2010

Die Stadtkirchenarbeit stellt seit 2001 ein neues Feld evangelischer Arbeit in Mainz dar. Die drei Innenstadtkirchen: Altmünster, Christus und St. Johannis sind dabei wichtige Zentren und Ausgangspunkte. Sie repräsentieren wichtige Stationen der Stadt-, Kirchen- und Kunstgeschichte im Herzen von Mainz.

St. Johannis ist als erste Bischofskirche zugleich die älteste Kirche von Mainz. Die ehemalige Klosterkirche Altmünster war am 2. Mai 1802 der Ort des ersten öffentlich genehmigten evangelischen Gottesdienstes einer eigenen Evangelischen Gemeinde in Mainz - nach der Phase der „Schwedenzeit“ im 30jährigen Krieg. Die Christuskirche, die im Jahr 2003 ihren hundertsten Geburtstag feierte, ist als „evangelischer Dom“ nicht nur ein markantes Element der Mainzer Rheinfront-Silhouette, sondern auch – u.a. durch den Mainzer Bachchor und die bis jetzt durchgeführten Ausstellungsprojekte – ein wichtiger Kultur-Ort in der Region mit evangelischem Profil.

Aktuell gibt es ganze und eine halbe Pfarrstellstelle im Bereich Evangelische Stadtkirchenarbeit in Mainz. Die halbe Stelle wird von Pfrn. Isabel Hartmann ausgefüllt.

Stadtkirchen als "Kult-Ur-Orte" „stellen allein schon durch ihre Gegenwart die Frage nach der äußeren und inneren Mitte der Stadt, sie stehen für das Woher und Wohin des Lebens und halten die Frage nach Gott offen.“ (Prof. Wolfgang Grünberg). Wir hoffen, dass auch durch unser Bemühen unsere Kirchen zu „Spielräumen protestantischer Freiheit“ werden. “Diese Freiheit dokumentiert sich sowohl in der Kritik der Todesmächte der jeweiligen Zeit als auch in den Festspielen und Inszenierungen des Lebens, in den Formen der Kunst, in Musik, Theater, Literatur, in Diakonie und Kommunikation.“

So wurden wichtige Daten der Stadt- und Kirchengeschichte auf (z.B. 200 Jahre Evangelische Kirche in Mainz, 1250. Todestag des Bonifatius, 60 Jahre Bomben auf Mainz, Vortrags-Reihe „ ins Licht gerückt – Evangelische Geschichte(n) aus vier Jahrhunderten in Mainz“) von mir aufgegriffen und mit Partnern aus der Stadt und der Ökumene durchgeführt. Die Projektgruppe „Evangelisches Profil“ ermöglicht solche Vorhaben mit Ihrer Kompetenz und ihrem Engagement – nicht zuletzt für die Ausgestaltung des Reformations-Festes Jahr für Jahr.

So gilt es, das evangelische Profil im Kontext der Stadt zu schärfen, aufmerksam zu machen auf den „Schatz“ der oft übersehenen evangelischen Kirchen (beispielsweise in der Broschüre „Kirchenführungen in der Mainzer Innenstadt“ oder dem  „Mainzer Kirchenführer – Entdeckungen in evangelischen Kirchen in und um Mainz“). Immer wieder suche ich die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Einrichtungen des Ev. Dekanates Mainz.

In Kooperation mit der St.Johannis-Kirchengemeinde wurde das Angebot der „Offenen Kirche“ mit ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und wöchentlichen Orgelkonzerten mit Kantor Ellenberger entwickelt.

Mit der „ansprech-Bar“ bot Ev. Stadtkirchenarbeit auf dem Gutenbergplatz im Herzen der Stadt den „Menschen auf der Straße“ Evangelische Kirche als hör- und dialogbereiten Partner an – oft verbunden mit einer Info-Begleitaktion einer Einrichtung oder Gemeinde aus dem Evangelischen Dekanat. Dass über diesen Weg Menschen wieder in unsere Kirche eingetreten, ist Grund zur Freude.

Wichtig ist auch das für viele überraschende „Auftauchen“ an Orten und in Situationen, „an denen man Kirche nicht unbedingt erwartet“: beispielsweise bereits viele Jahre auf der „Hochzeitsmesse“ in der Rheingoldhalle mit sehr großer seelsorgerlicher „Nachfrage“.

Das mehrteilige Projekt „beziehungsWeise“ im Mainzer Landesmuseum mit kunsthistorischen und theologischen Impulsen zur Betrachtungen von Kunstwerken, verbunden mit kammermusikalischen Beiträgen der Hochschule für Musik hat sich seit Jahren in den Sommermonaten erfolgreich etabliert.

Schwerpunkte meiner Arbeit sind inzwischen Veranstaltungen, die Ausstellungen mit einem reichhaltigen Begleitprogramm ( mit bis zu 50 Veranstaltungen pro Projekt ) unter einem Theologischen Leitmotiv ( z.B. Mystik / Gotteserfahrung oder Paradies ) verbinden.
Die teilweise weit überregional wahrgenommenen Vorhaben finden breites Interesse (z.B. Hundertwasser-Projekt insgesamt ca. 30 000 Teilnehmende oder Einzelveranstaltungen mit über 600 Besuchern – beim Andreas Felger-Projekt „ ins Licht“ ). Immer wieder wurde in Presse, Rundfunk und Fernsehen darüber berichtet.
Besonders wichtig ist mir in diesen Zusammenhängen die Kooperation mit vielen Partnern – natürlich aus der Ökumene, aber gerade auch aus nicht-kirchlich-gebundenen Kontexten (Landesmuseum Mainz, Stadt Mainz, div. Fachbereiche der Johannes Gutenberg-Universität usf.), die alle sich hier überaus bereitwillig, ja gerne auf die Zusammenarbeit mit Evangelischer Kirche einlassen.

Beispielhafte Projekte:

• „ins Licht“ - Andreas Felger zum 75. Geburtstag - 2010
• Dialog mit dem Drachen – Begegnung mit China - 2010
• Kunst trotz(t) Armut – 2009
• „den Cherub betören – Friedensreich Hundertwasser und die Sehnsucht des Menschen nach dem Paradies - 2008
• Wer das Schwert nimmt... Gustav Adolf und die Schweden in Mainz - 2007
• Ernst Barlach - Mystiker der Moderne - 2005

***************************************************************************
Rainer Beier
Evangelischer Stadtkirchenpfarrer von Mainz - Evangelisches Dekanat Mainz

Kaiserstrasse 37 - 55 116 Mainz
Telefon: 06131 / 212 0 847 - Fax: 06131 / 212 0 849
mail: ev.k35beier@gmx.de
www.mainz-evangelisch-stadtkirchenarbeit.de
www.stadtkirchenarbeit.mainz-evangelisch.de

Impressum Kontakt adhoc cms Login