Evangelische Stadtkirchenarbeit Mainz
Programm der Ringvorlesung SCHÖPFERISCHER KOSMOS - Kurzversion - ÜBERBLICK

01 - 27.10.2016, ESG-Kirche

PD Dr. Dr. Stefan Seit
(Philosophisches Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

"Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen? (Thomas Mann) - Die Frage nach dem allerersten Anfang in der Philosophie."

Die Frage nach den ersten Urgründen, die Frage danach, wie alles begann und weshalb, wenn es denn irgendwann begann und wenn die Welt eine Ursache hat, ist eines der ersten und vielleicht das dauerhaft größte Thema der europäischen Philosophie mit zahlreichen Anschlussfragen: Ist die Welt geordnet, oder regiert der Zufall? Kann der Mensch in einem geordneten "Kosmos" frei sein? Zugleich gab es von Anfang an Zweifel, ob diese Fragen überhaupt beantwortet werden können. Vielleicht sagt es auch mehr über uns als über die Welt, dass wir dem Thema das allerersten Anfangs anscheinend nicht ausweichen können.

www.blogs.uni-mainz.de/fb05philosophie/arbeitsbereiche/mittelalter/

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02 - 3.11.2016, ESG-Kirche

Oberkonservator Dr. Allard Mees
(Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Mainz

"Das Atmen des Kosmos"

In den antiken Kulturen haben die Menschen Raum und Zeit mit Hilfe von Himmelsereignissen strukturiert. Die Rythmen von Mond und Sonne bestimmten die Jenseitsvorstellungen. In der keltischen Kultur spielte der Glaube an die Wiedergeburt eine grosse Rolle, was in der Gestaltung der keltischen Grabmonumenten wahrnehmbar ist.

web.rgzm.de/no_cache/ueber-uns/team/m/allard_mees.html

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03 - 10.11.2016, ESG-Kirche

Prof. Dr. Hans-Joachim Fuchs
(Geographisches Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

"Die Macht der Karten aus geographischer Sicht"

Bei der Herstellung von Karten muss die gekrümmte Erdoberfläche in einer ebenen Kartenfläche dargestellt werden. Dabei ist es unmöglich, dass Karten gleichzeitig flächen-, längen- und winkeltreu sind. Je nach der gewählten Kartenprojektion ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild der Erde. Kartographische Darstellungen bilden nie einfach die Wirklichkeit ab, "wie sie ist", sondern es kommt zur Selektion, Vereinfachung, Verfälschung oder Verzerrung von real vorhandenen Gegebenheiten auf der Erde. Karten können auch in manipulativer Absicht eingesetzt werden, gerade weil sie ein vermeintlich objektives und somit wahres Bild der Welt transportieren. Karten üben so Macht aus und können auch als Machtinstrument zur Darstellung eines bestimmten Weltbildes verwendet bzw. missbraucht werden

www.geo.uni-mainz.de/fuchs


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04 - 17.11.2016, ESG-Kirche

Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Jan Assmann
(Ägyptologisches Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)

"Kosmogonischer Monotheismus"


Die alten Ägypter waren davon überzeugt, dass die Welt – auch wenn es eine Welt voller Götter war - aus einem Urgott entstanden ist, der sich in die Welt verwandelt hat. Echnaton hat diese Sicht radikalisiert und die Götter zugunsten der Sonne abgeschafft, die Theologen der Folgezeit haben sie zu einem Pantheismus weiterentwickelt, der über griechische Quellen im Abendland weiterlebte.

www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie/zaw/aegy/institut/assmann_cv.html


Wegen einer EXTREM-Verspätung der Bahn konnte der Referent bedauerlicherweise nicht rechtzeitig den Vortragsort erreichen.

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05 - 24.11.2016, ESG-Kirche

Prof. Dr. Michael Roth
(Evangelisch-Theologische Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Professur für Systematische Theologie und Sozialethik)

"Christlich-religiöse Rede von der Schöpfung im Unterschied zu kosmologischen Theorien oder: Warum Intelligent design und Kreationismus nichts mit Religion zu tun haben"

Im Mittelpunkt steht des Vortrags steht der Versuch, den Glaubenssatz auszulegen, dass die Welt Gottes Schöpfung ist. Was meinen Glaubende, wenn sie die Welt als Schöpfung Gottes bezeichnen? Nehmen sie dann Partei für eine bestimmte kosmologische Theorie und machen eine Aussage über die Entstehung der Welt oder schildern sie ihre Art und Weise, Welt wahrzunehmen? Ist sie Aussage über die Welt als Schöpfung Gottes eine beschreibende Aufgabe über die Welt oder ist sie eine Aussage über meinen Ort in der Welt?

www.ev.theologie.uni-mainz.de/3753.php
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06 - 1.12.2016, ESG-Kirche

Dr. Alfred Reichenberger
(Landesmuseum für Vorgeschichte Halle)

"Der Blick in den Himmel der Bronzezeit - die Himmelsscheibe von Nebra"

Seit Urzeiten betrachten Menschen den Himmel. Bis zum Fund der Himmelsscheibe von Nebra war aber nicht klar, wie komplex das astronomische Wissen bereits vor 3600 Jahren war. Zum ersten Mal weltweit sind auf ihr konkrete Himmelsphänomene in einem komplizierten Code dargestellt und zeigen damit ein tiefes Verständnis unserer Vorfahren von kosmischen Erscheinungen.

www.lda-lsa.de/presse_und_oeffentlichkeitsarbeit/

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07 - 8.12.2016, ESG-Kirche

Prof. Dr. Ernst-Dieter Hehl
(Historisches Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Arbeitsbereich Mittelalterliche Geschichte/Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz)

"Von A nach B und rund um die Welt. Lateinische und muslimische Kartographie im Mittelalter"

Im lateinischen Mittelalter entstehen Weltkarten, die auch ein Bild der mit Gott verbundenen Geschichte entwerfen. Wie die muslimischen Karten bauen sie auf dem Wissen der Antike auf. Dazu gibt es Schemata mit Reise- und Hafenstationen. Am Rand der Welt leben phantastische Figuren, die sich mit dem göttlichen Schöpfungsplan verbinden lassen.

www.adwmainz.de/mitarbeiter/profil/prof-dr-ernst-dieter-hehl.html

www.uni-mainz.de/presse/75962.php

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08 - 15.12.2016, JGU, Auditorium Maximum

Prof. Dr. Thomas Hieke
(Katholisch-Theologische Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Professur für Altes Testament)

"Alles nur Mythos? Impulse für heutiges Handeln aus biblischer Schöpfungsrede"

Die Schöpfungsrede der Bibel ist Mythos, aber positiv verstanden: Die Erzählungen suchen nach dem Sinn der vorfindlichen Welt, nach Orientierung zur Interpretation der vielen Daten und nach Ideen zum Handeln. Welche Impulse strahlen die Sinnstiftungsmodelle der Bibel für heutiges Denken und Handeln aus? Biblische Schöpfungsrede ist ein „Gegentext“.

www.at.kath.theologie.uni-mainz.de/personen/prof-dr-thomas-hieke/
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09 - 22.12.2016, JGU, KEINE VORLESUNG
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10 - 12.1.2017, JGU, Auditorium Maximum

Michael Gerhard, M. A.
(Philosophisches Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

"Indische Kosmogonien und deren Relevanz für die indischen Philosophietraditionen"

Das brahmanisch-hinduistische Indien weist in seinen Textsammlungen vom Veda bis zum Mahābhārata eine Vielzahl von kosmogonischen Vorstellungen auf, welche selbst in Teilen der buddhistischen Nikāya bis zum Abhidharmakośa aufgegriffen werden. Der Relevanz ihrer Symbolik für die indischen Philosophietraditionen wird der Beitrag exemplarisch bis in die Neuzeit beleuchten.

www.blogs.uni-mainz.de/fb05philosophie/kontaktdaten/mgerhard/

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11 - 19.1.2017, JGU, Auditorium Maximum

Alisa Heinemann, M. A.
(Deutsches Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz):

"Vom Urriesen Ymir und der Weltenesche Yggdrasil - Weltanfangsdarstellungen in der Edda"


Sowohl die ältere als auch die jüngere Edda berichten vom Weltanfang: Etwa vom Urriesen Ymir, aus dessen Körper die Welt geformt wird, oder von der Weltenesche Yggdrasil, die stets an die Endlichkeit allen Lebens erinnert. Im Vortrag werden ausgewählte eddische Gedichte vorgestellt, die um den Beginn der Welt kreisen und heute als bedeutende literarische Zeugnisse germanischer Weltanfangsvorstellungen vor uns stehen. Der Versuch allerdings, diese Vorstellungen auch mit der christlichen Schöpfungsidee zusammenzudenken, ist an einigen Stellen deutlich zu erkennen.

www.germanistik.uni-mainz.de/abteilungen/aeltere-literaturwissenschaft-des-deutschen/alisa-heinemann-m-a/

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12 - 26.1.2017, JGU, Auditorium Maximum

Prof. Dr. Karl Böhmer
(Hochschule für Musik Mainz/Villa Musica Rheinland-Pfalz)

Haydns Blick durchs Teleskop: 'Die Schöpfung'

Im Juni 1792 stattete Joseph Haydn dem Musiker und Astronomen William Herschel in Slough einen Besuch ab. Sein Blick durch Herschels Teleskop fand vier Jahre später seinen Niederschlag im Oratorium "Die Schöpfung". Haydns klingende Vision von der Entstehung der Welt aus dem Chaos hatte freilich auch Vorbilder in der Musik des 18. Jahrhunderts.

www.blogs.uni-mainz.de/musik/40807787-2/

www.villamusica.de/

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13 - 2.2.2017, JGU, Auditorium Maximum

Prof. Dr. Joachim Burger
(Institut für Anthropologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Mensch und Menschwerdung. Anmerkungen zu unserer Evolutionsgeschichte

Die Entwicklung des „modernen“ Menschen, seine geographische Herkunft und Ausbreitung, - das sind große und zentrale Themen der naturwissenschaftlichen Anthropologie. Beginnt die Vorgeschichte des Menschen an einem Ort? Welche Entwicklungsstadien gibt es in der Geschichte der Menschwerdung? Auf welchen Wegen hat sich der Mensch über die Erde ausgebreitet? Naturwissenschaftliche, insbesondere humangenetische Methoden sind unverzichtbar, um Antworten auf diese für unser historisches Selbstbild anscheinend wichtigen Fragen näher zu kommen. Zugleich geben diese Fragen Anlass, über die Evolutionstheorie, über ihre Prämissen und Implikationen noch einmal unter einem wissenschaftstheoretischen Aspekt nachzudenken. Ist es tatsächlich der Zufall, der hier regiert, wie viele Evolutionsbiologen meinen?

palaeogenetics-mainz.de/people/

www.uni-mainz.de/presse/75962.php

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14 - 9.2.2017, JGU, Auditorium Maximum

Univ.-Prof. Dr. Joachim Kopp,
Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz:

14 Milliarden Jahre in 45 Minuten

Wir diskutieren die Entwicklung des Universums aus physikalischer Sicht, vom Urknall vor 14 Milliarden Jahren bis heute. Dabei gehen wir insbesondere darauf ein, wie sich aus winzigen Quantenfluktuationen im heißen primordialen Plasma Galaxien und Sterne bilden konnten, und durch welche Beobachtungen wir diese Entwicklung heute rekonstruieren können.
http://www.staff.uni-mainz.de/jkopp/
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15 - 16.2.2017, JGU, Auditorium Maximum

Dominic Bärsch, M. Ed.
(Graduiertenkolleg 1876: "Frühe Konzepte von Mensch und Natur", Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Das Ende im Blick? – (Spät-)Antike Vorstellungen des Weltuntergangs

Nicht nur Vorstellungen über den Anfang sondern auch über das Ende der Welt gehören in den Bereich kosmologischer Spekulationen, die in zahlreichen Kulturprodukten vergangener wie gegenwärtiger Zivilisationen enthalten sind. In der lateinischen und griechischen Literatur der paganen und christlichen Antike sind es besonders die zerstörerischen Flut- und Feuerkatastrophen, die einen Untergang der Welt herbeiführen. Doch wer soll einen solchen Untergang bewirken? Und wie genau soll sich die Vernichtung ereignen? Und vor allem: Wie geht es danach weiter? Der Beitrag wird unter anderem thematisieren, welche diachronen Kontinuitäten und Brüche in der Beantwortung dieser Fragen zu konstatieren sind.
http://www.grk-konzepte-mensch-natur.uni-mainz.de/dominic-baersch/

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Bitte beachten Sie auch die aktuellen Hinweise auf der Homepage des Arbeitsbereichs Philosophie des Mittelalters der Johannes Gutenberg-Universität Mainz!
https://www.blogs.uni-mainz.de/fb05philosophie/arbeitsbereiche/mittelalter/
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