Evangelische Stadtkirchenarbeit Mainz
In den Mittelpunkt von uns gerückt:

Katharina von Bora /
Katharina Luther


Mit 2 Veranstaltungen wurde diese eindrückliche Frau
von uns im Jahr 2018 besonders erinnert und gewürdigt:





1. Wissenschaftlicher Vortrag
Referentin: Frau Dr. Sabine Kramer
Direktorin am Evangelischen Predigerseminar Lutherstadt Wittenberg

predigerseminar.de/index.php/de/

über die historisch verifizierbaren Fakten ihres Lebens

Adlige - Nonne - Luthers Ehefrau - Witwe
Katharina von Bora in den schriftlichen Zeugnissen ihrer Zeit


Es wird die schriftliche Überlieferung zur Ehefrau Martin Luthers ausgewertet mit dem Ziel, ein primär zeitgenössisches Bild der Lutherin zu erheben. Sowohl in ihrer Bedeutung für Luther als auch im Blick auf ihre Position innerhalb der Wittenberger Reformation ergeben sich für das Bild der Gattin des Reformators neue Aspekte: sie fungierte als bekannteste ehemalige Konventualin, als Ehefrau des prominentesten Wittenberger Professors, als Vertraute und Seelsorgerin Luthers, sie gehörte der führenden Schicht Wittenbergs an und gestaltete diese Rolle. Sie nahm an den Tischgesprächen teil und war über Luthers engeren Bekanntenkreis hinaus bekannt.

Termin: Mittwoch, 10. Oktober 2018
Beginn: 18.15 Uhr

Ort: "Raum Erfurt"
im "Haus der Ev. Kirche"
Kaiserstr. 37 / 4. Stock
55 116 Mainz

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BERICHT ÜBER DIE VERANSTALTUNG:
( Ev. Öffentlichkeitsarbeit )

“Lutherin“ bleibt von Geheimnissen umwittert
Dr. Sabine Kramer spricht im Evangelischen Dekanat Mainz über die bedeutendste Frau der Wittenberger Reformation

MAINZ. Hinter jedem großen Mann steckt eine starke Frau, weiß der Volksmund. Und zumindest im Fall von Martin Luther scheint er Recht zu haben. Denn Katharina von Bora, die auch die Lutherin genannt wird, war eine starke Persönlichkeit. So lautet ein Fazit von Dr. Sabine Kramer. „Auf jeden Fall war sie die bedeutendste Frau der Wittenberger Reformation“, betonte die Direktorin am Evangelischen Predigerseminar der Lutherstadt Wittenberg, die mit einer Arbeit über Katharina von Bora promoviert hat. Auf Einladung von Pfarrer Rainer Beier von der Evangelischen Stadtkirchenarbeit und Professorin Irene Dingel vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte sprach Kramer im Evangelischen Dekanat Mainz über die Lutherin, die „Adelige – Nonne – Ehefrau Luthers – Witwe“.
Angesichts Katharina von Boras Bedeutung ist es kein Wunder, dass viele Autorinnen und Autoren die 1499 geborene Tochter eines verarmten Adeligen zur zentralen Figur in historischen Romanen und Erzählungen machen. Kramer zählt mindestens 50 Bücher. Darunter Eva Zellers „Die Lutherin“, „Rosen im Schnee“ von Ursula Koch und Wolfgang Liebehenschels „Der langsame Aufgang des Morgensterns von Wittenberg“. Und seit etwa 300 Jahren beschäftigen sich auch wissenschaftliche Werke mit der Lutherin.

Letzteres ist nicht so einfach, wie Kramer zu berichten weiß. Denn die Quellenlage zu Katharina von Bora ist ausgesprochen dünn. Es gibt lediglich kurze, verstreute Hinweise – oft nur Halbsätze – in rund 500 Briefen, 160 Tischreden, 20 Schriften, die gegen Luther gerichtet sind, und einigen weiteren Dokumenten. Historiker können aus diesem Quellenmaterial nur dürre Fakten ziehen. Johann Friedrich Mayer machte 1699 den Anfang. „Es ist sein großes Verdienst, dass er als erster Quellen zusammengestellt hat“, so Kramer.

Schon die Geburt von Katharina von Bora gibt Rätsel auf, wie die Direktorin berichtet: „Wer ihre Mutter war, können wir nicht sagen.“ Auch der Geburtsort ist umstritten. Zwar sind von den ursprünglich sieben Orten, die für sich in Anspruch genommen haben, die Geburtsstätte der späteren Lutherin zu sein, mit Hirschfeld (bei Nossen) und Lippendorf (bei Leipzig) nur noch zwei übrig. Doch welcher der wirkliche Geburtsort ist, dürfte wohl nicht mehr geklärt werden. Sicher scheint nur, dass es um 1499 an beiden Orten einen Hans von Bora gab. Einer davon war wohl Katharinas Vater.
Mit fünf Jahren kam Katharina ins Kloster. Zuerst war sie im Augustiner-Chorfrauenstift Brehna, später im Zisterzienserinnenkloster Marienthron in Nimbschen. „Sie könnte Luthers Schriften wahrgenommen haben“, mutmaßt Kramer. Fest steht jedenfalls, dass Katharina von Bora 1523 mit acht weiteren Nonnen spektakulär aus dem Kloster floh – zu Martin Luther. Der Reformator betätigte sich als Brautwerber für die Frauen, um ihnen eine sichere Existenz zu ermöglichen. Bei der eigensinnigen Katharina scheiterte er allerdings.

Im Juni 1525 heirateten Martin Luther und Katharina von Bora – für viele völlig überraschend. Was den Ausschlag für diese Verbindung gab, ist unklar. Eigentlich sah Luther sich nicht für die Ehe gemacht. Überzeugt sind Historiker dagegen davon, dass sich Katharina Luther als kluge Geschäftsfrau erwies, die Luthers Hausstand in Wittenberg konsequent vergrößerte. „Sie war eine kluge Verwalterin“, findet Kramer. Zudem hat sie sechs Kinder bekommen, von denen vier das Erwachsenenalter erreichten. In der damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit.

Als Luther 1546 unerwartet starb, hinterließ er seiner 16 Jahre jüngeren Frau zwar ein liebevolles Testament, doch konnte Katharina aufgrund der damaligen Rechtslage nur Teile des letzten Willens ihres Mannes durchsetzen. Noch im selben Jahr musste sie vor dem Schmalkaldischen Krieg fliehen. Ihre Ländereien wurden verwüstet. 1547 kehrte sie zurück, doch 1552 floh sie erneut, diesmal vor der Pest. In Torgau verunglückte sie und starb wenig später an den Folgen des Unfalls. Und hier verliert sich ihre Spur. Zwar gibt es ein Grabmonument, doch die genaue Grabstelle in der Torgauer Marienkirche ist unbekannt.

Der Vortrag gehört zu einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe der Evangelischen Stadtkirchenarbeit und des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte.
Am Mittwoch, 7. November, 19.30 Uhr, wird im Gemeindesaal der Altmünstergemeinde (Münsterstraße 25) der Fernsehfilm „Katharina Luther“ gezeigt.




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2. Präsentation des TV-Film auf Leinwand

KATHARINA LUTHER

Fernsehfilm für Das Erste/ARD
2017
105 Minuten


Mit Karoline Schuch und Devid Striesow
Drehbuch: Christian Schnalke, Regie: Julia von Heinz


Eine junge Frau, Katharina von Bora, läßt ihr bisheriges Leben als Nonne hinter sich. Was aus ihr werden wird, weiss sie nicht. Sie hat einen starken Willen, sie wünscht sich "das ganze Leben" und sie nimmt den Reformator beim Wort. Was er predigt, soll sich im Alltag bewähren, als beide heiraten. Die großen Umwälzungen der Zeit finden Eingang in das Leben eines ungleichen Paares. Am Ende ist auch dort nichts mehr so wie zu Beginn. Mann und Frau sind auf Augenhöhe miteinander. Luther ist ohne Katharina nicht mehr denkbar.

Mario Krebs, Produzent bei der Evangelischen Fernsehproduktionsfirma EIKON Media, berichtet über die Entstehung des Films.
Ein Blick hinter die Kulissen.

Mario Krebs
Produzent
EIKON Media GmbH


Termin: Mittwoch, 7. November 2018
19.30 Uhr

Ort: Gemeindesaal der Ev. Altmünstergemeinde Mainz

Ein überaus beeindruckender Film

vor überaus beeindruckten Besuchern

- auch vom Referenten des Abends:
dem Produzenten des Films

Mario Krebs




Diese Reihe findet statt in Kooperation mit Frau Prof. Dr. Irene Dingel, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz
und dem Gast gebenden Gemeindepfarrer für die Filmpräsentation Herrn Pfr. Hendrik Maskus, Ev. ALTMÜNSTERGEMEINDE MAINZ






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